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Johanna Gabrisch
Kulturreferentin
Redaktion Gifhorner Kreiskalender
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Der Gifhorner Kreiskalender – Heimatbuch der Region

Gute Tradition seit 1926

Ob gerade erst zugezogen oder lange schon hier verwurzelt: Wenn interessierte Bürgerinnen und Bürger etwas über Kultur, Geschichte und regionale Identität des Landkreises Gifhorn und seiner Menschen erfahren möchten, gibt es nur einen Anlaufpunkt: den „Gifhorner Kreiskalender“. Doch das heute im zeitgemäßen Layout, fest eingebunden und farbenfroh daherkommende Jahrbuch hat mit seinen Ursprüngen nicht mehr zu viel gemein.

Anfang des 20. Jahrhunderts begannen verschiedene deutsche Landkreise, jährliche Heimatbücher unter dem Titel „Kreiskalender“ zu veröffentlichen. Die Verwaltungen sahen sie als Medien für Bekanntmachungen und statistische Daten. Ein „Kalendarium“ enthielt Markttermine. Beiträge zu vermischten Themen sollten die Volksbildung heben. Auch der Kreisausschuss des damaligen Kreises Isenhagen beschloss 1925, ab 1926 den „Isenhagener Kreiskalender“ herauszugeben. Dabei war beabsichtigt, „durch Erzählungen aus der geschichtlichen Vergangenheit, durch Abhandlungen über unsere kunstgeschichtlich wertvollen Altertümer […] die Liebe zum heimatlichen Kreise zu pflegen […]“. Das Format war Din A4, die Auflage betrug 3500 bis 4000 Exemplare. Die künstlerische Gestaltung lag beim Künstler Emil Werner Baule. Der erste Beitrag handelte im Geiste der Zeit von der „Heimat“.

Eine Umbenennung in „Kreiskalender für Gifhorn-Isenhagen“ erfolgte 1934, als durch die Kreisreform von 1932 der Kreis Isenhagen dem Kreis Gifhorn angeschlossen wurde. Nach einer kriegsbedingten Einstellung Ende 1940 erschien der erste Nachkriegs-Kreiskalender 1950. In Kontinuität wählte man „Heimat“ zum Auftakt-Thema. Und das mit Grund: „Der Hälfte der heutigen Kreiseinwohner ist der Kreis keine Heimat, sondern nur Zufluchtstätte“. Dies zu ändern, die Integration der zahlreichen infolge des Krieges „Heimatlosen“ im Landkreis zu befördern, das war auch die Aufgabe des Heimatbuches.

Eine weitere Zäsur in der Geschichte des Kreiskalenders folgte 1974. Im Zuge der Gebietsreform war seine Fortdauer ungewiss, erst 1978 erschien er wieder. Offenbar waren Begriffe wie Heimat und Heimatverbundenheit als überholt betrachtet worden – indes, man besann sich eines Besseren „um das Kreisbewußtsein unserer Bürger zu vertiefen und den Landkreis in seinen neuen Gebietsgrenzen zu festigen“. Nun wurde aber das Äußere verändert – es gab ein kleineres Format und größere Drucktype. 1987 folgten der feste Einband und ein moderneres Layout. Am „Kalendarium“ hielt man bis 1990 fest. Dann hatte der Kreiskalender im Wesentlichen seinen heutigen Charakter als Sammlung historischer und heimatkundlicher Beiträge erhalten.

Seit 2004 trägt der „Gifhorner Kreiskalender“ seinen aktuellen Namen. Da zunächst oft missverstanden wurde, folgte 2017 der Zusatz: „Das Heimatbuch der Region“. Mit Stand 2019 wird er vom Landkreis Gifhorn herausgegeben. Der Preis beträgt 10,90 Euro, die ISSN ist 0945-9987, die Auflage beträgt 1500. Dass der Kreiskalender auch nach mehr als neun Jahrzehnten ein beliebtes und geschätztes Medium der Vermittlung von wertvollem Wissen über unsere Heimatregion ist, zeigt das anhaltend hohe Aufkommen an Beiträgen. Ganze 73 davon steuerten 60 ehrenamtliche Autorinnen und Autoren für die Ausgabe 2019 bei. A propos: Wenn auch Sie nun Lust bekommen haben, einen Beitrag zu leisten, so kontaktieren Sie uns gerne jederzeit.

Foto: Gifhorner Kreiskalender 2019

 

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