„... unter normalen Umständen wäre ich kein ‚Bauer‘ geworden…“

26.04. - 20.10.2019

Sonderausstellung

Schulmuseum Steinhorst

Eintritt 2 Euro / ermäßigt 1 Euro

Beim Besuch der Dauerausstellung ist der Eintritt in die Sonderausstellung inklusive

Die Sonderausstellung widmet sich dem Thema Hachschara (= „Vorbereitung“ / „Tauglichmachung“). Der Begriff bezeichnet die gezielte und systematische Vorbereitung jüdischer Menschen auf die Emigration („Alija“) nach Palästina, vorwiegend in den 1920er und 1930er Jahren. Träger des Programms war die jüdische Jugendbewegung. Ein besonderer Fokus der Ausstellung liegt auf den Hachschara-Lehrgütern. Dies waren Ausbildungsstätten, in denen wichtige landwirtschaftliche, handwerkliche und sprachliche Kenntnisse sowie ideologische Grundlagen für das Leben in Palästina vermittelt wurden. Hachschara und Alija begannen schon vor der Zeit des Nationalsozialismus. Sie wurden jedoch mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 zunehmend relevant. Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Hachschara bedeutete die auf die Ausbildung folgende Emigration ihre Rettung. Andere wurden von den Nationalsozialisten ermordet.

Die neue Sonderausstellung vereint Elemente zweier Ausstellungen für eine neue und umfassendere Perspektive. Ihren ersten Abschnitt bildet die an der TU Braunschweig entstandene Schau „Schützende Inseln“. Hier werden Hachschara und Alija allgemein thematisiert. Ein Schwerpunkt liegt aber auf der Jugend-Alija, d. h. der Vorbereitung junger Menschen auf die Emigration. Der zweite Abschnitt, die von der Kulturscheune Neuendorf im Sande e. V. erarbeitete Schau zwischen/raum, inszeniert durch beeindruckende, lebensgroße Figuren, Biografien von Menschen, deren Schicksale mit dem Hachschara-Lehrgut Neuendorf im Sande verbunden sind. So kann man in der neuen Sonderausstellung im Schulmuseum ebenso Grundsätzliches über die Themen Hachschara, Alija und Jugend-Alija erfahren, als sich auch ganz konkret individuellen Schicksalen annähern.

Das Titelzitat stammt aus einem Brief, den Max Barta am 22.09.1940 an seinen Bruder in Palästina schrieb. Geboren wurde Max 1920 in Berlin. Ab 1938 war er an verschiedenen Orten auf Hachschara, zunächst im Deutschen Reich, danach in den Niederlanden. Im September 1942 deportierten ihn die Nationalsozialisten nach Auschwitz. Dort wurde er vermutlich im Februar 1944 ermordet.

Laufzeit: 26.04. - 20.10.2019, zu den Öffnungszeiten des Schulmuseums.